Um wirtschaftlich überleben zu können, ist es für einen Schaf-und Ziegenhaltenden Betrieb wichtig, dass die Pflegemaßnahmen der Landschaft als Dienstleistung anerkannt und vernüftig honoriert werden. 

 

Zum Raubtier Wolf in Baden-Württemberg aus der Sicht unseres Landschaftspflegebetrieb im Heckengäu

Als vor über 15 Jahren die BUND Ortsgruppe Grafenau mit der Pflege unseres Hausbergs Mühlberg aufhörte, einem Naturdenkmal im Ort mit 3 Hektar Fläche, begannen wir mit einigen Ziegen mit der Pflege. Viele hielten uns für verrückt. Wir leben hier im Ballungsgebiet Großraum Stuttgart und Flächen zum Bewirtschaften gab es nur Obstbaumwiesen und Hanggrundstücke, die mit Maschinen nicht zu pflegen waren.

Mit den Jahren kamen immer mehr Flächen zur Pflege hinzu und nun halten wir 200 Schafe und Ziegen, die rund 57 ha abfressen. Davon sind 47 Hektar bezahlt nach der landwirtschaflichen Förderung.

Für die Stadt Sindelfingen beweiden wir insgesamt 18 Hektar. Obstbaumwiesen, Naturschutzflächen und 2 Steinbrüche beweiden wir 2 mal im Jahr im Auftrag mit einem Teil unserer Tiere. Anfänglich mit einer leistungsgerechten Bezahlung (wie eine Handwerkerrechnung).

Mit Einführung des Landschaftserhaltungsverbandes LEV Kreis Böblingen 2015 änderte sich dies schlagartig. Es wurde nur noch streng nach LPR Standart bezahlt. Bei den arbeitsintensiven Kleinflächen war damit kein kostendeckendes Arbeiten mehr möglich, obwohl LPR auch Verträge zulässt, bei denen Maschinenringsätze angewandt werden können. Durch das Einlenken der Stadt Sindelfingen konnte ein Teil der Winterhaltungskosten beglichen werden. Leider stellte sich das nun 2017 als Doppelförderung heraus, was zur Folge hatte, dass das Landratsamt mit uns keine LPR Verträge mehr abschloss. Und LPR Zahlungen für diese Flächen wurden ab 2015 auch nicht gezahlt, wir haben also 3 Jahre fast umsonst gearbeitet. Die neuen Verhandlungen laufen im Moment noch.

Landwirtschaftliche Bruttofläche

Bis 2015 Herbst war ich der Meinung, Landwirtschaftliche Bruttofläche ist da, wo unsere Schafe und Ziegen weiden. Da wurde ich leider eines Besseren belehrt. Unsere Hangflächen die Größenteils auch Naturschutzflächen sind wurden reklamiert (12ha durch Flächenprüfer). Selbst Verträge auf Landwirtschaftlicher Bruttofläche waren in der Prüfung. Weidetierhalter haben hier ein hohes  Reklamierungsrisiko im Vergleich zu Ackerbauern. Unser Betrieb wurde gesperrt und wir mussten eine hohe Summe zurückbezahlen. Nur meine Nebentätigkeit beim Daimler hat uns über Wasser gehalten.

Nach meiner Einschätzung ist mit Naturdenkmalpflege kein Geld zu erwirtschaften solange nicht nach Aufwand bezahlt wird. Bei Naturschutzgebiete größer als 5 ha ist LPR-Satz (Standard) auskömmlich. Auch die Ausgleichsflächen in Gemeinden für Baugebiete oder Straßenbaumaßnahmen werden gar nicht oder nicht auskömmlich bezahlt. Eine landwirtschaftliche Förderung findet hier nicht statt, somit müssten die Gemeinden die Bezahlung übernehmen. Dies tun sie aber in den wenigsten Fällen.

Hinter diesen Gründen sehe ich die ungehinderte Ausbreitung des Beutegreifers Wolf als doch sehr bedenklich an. Auf die Kostenseite wird da nach oben geschraubt und ein gerechter Ausgleich findet  nicht statt. Mit 100€ sind die Kosten pro Tier(Rissausgleich) nicht abgedeckt. Unsere Dorper und Walliser Schafe haben ja schon 250-500 € Wert. Die Tiere kosten am Tag Ziege 1,09€ und ein Schaf 0,80€(Schafreport). Ein oder mehrere Herdenschutzhunde können wir uns nicht leisten und hat auch im Ballungsgebiet schwerwiegende Folgen, die nicht kalkulierbar sind. (Angriffe auf Menschen oder Hunde). Unsere Hauptflächen sind mit Patura Zaunsystem (5-6 Drähte,120cm. hoch gesichert) müssen laufend mit dem Freischneider offengehalten werden. (kostenintensiv). Bei der Beweidung ist dort Strom bis etwa 8000 Volt gegeben. Bis zum heutigen Tag konnte mir noch kein Wolffachmann sagen, ob diese Zäune wolfsicher sind. Auch FlexiNetze haben wir bei den Ziegen die 110 cm hoch sind und bei den Schafen mit 90 cm Höhe. Ich glaube aber auch dass die Höhe kein Hinderniss für den Wolf ist. Unsere Hund springen bei Bedarf locker drüber.

Wenn sich auf der Einnahmeseite keine größeren Einnahmen ergeben, sind wir leider gezwungen zuerst die Beweidungsflächen der Ziegen aufzugeben, denn die Ziegenhaltung ist sehr kostenintensiv.

Durch die lange Haltungsdauer (bis zu 5 Monate im Stall) entstehen uns Kosten die die Ziegen im Sommer erwirtschaften müssen. Auch die Kitz- und Lammfleischvermarktung zeigt,  dass Fleisch aus nachhaltiger Wirtschaftsweise kein Selbstläufer ist, es ist sehr aufwändig, die Direktvermarktung durchzuführen.

Seit diesem Jahr 2017 haben wir das Projekt LAMM-Patenschaft das uns ein bisschen auf der Einnahmen Seite weiter hilft. Wir danken allen die uns in unsere Arbeit unterstützen, besonders den Landwirten die uns noch die Herbst und Winterweide zur Verfügung stellen.

Extensive Beweidungsflächen auf Trockenrasen haben die höchste Artenvielfalt. Das gilt auch Besonders für Insekten, die auf extensivem Grünland noch vorkommen. Unterstützen sie die Schäfereien so gut wie es geht, essen Sie einheimisches Lamm und Kitzfleisch. Oder durch Patenschaften helfen sie uns weiter.

Allgemeines:

Der Schäferberuf ist der älteste Beruf überhaupt. Leider fehlen uns die Azubi die den Tierwirt noch lernen wollen, das liegt aber auch daran weil sich die Rahmenbedingungen weiterhin verschlechtern. Das liegt unter anderen auch daran, dass die Schäfereien in der EU zu den Verlieren gehören, weil heutzutage nur noch die Fläche subventioniert  wird und nicht mehr die Tiere.

Durch die intensive Landwirtschaft gibt es kaum mehr Flächen, die in den Wintermonaten nutzbar ist. Durch die intensive Überdüngung durch Festmist, Substrat und Gülle bleiben kaum mehr Flächen für die Schäfereien übrig. (Winterweide)

Wenn sich in den nächsten Jahren nichts ändert, wird der Schäfer zur aussterben Art gehören, mit all den Nachteilen für den Naturschutz. Dass Lamm bekommen sie auch aus Übersee, aber die Naherholungsflächen nicht.

Wir waren immer der Meinung dass die Arbeit im Naturschutz ein gegenseitiges Geben und Nehmen ist. Dies ist aber leider sehr abhängig vom einzelnen Sachbearbeiter, dessen Einstellung zum Betrieb und Wissen in der Landschaftspflege.  Wir haben in den Jahren im Naturschutz schon viele positive Projekte mitgemacht, haben hervorragende Betreuung von Behörden bekommen, aber leider auch das Gegenteil. Naturschutz kann nur gut funktionieren, wenn die Gegebenheiten stimmen.

Es nützt uns nichts, wenn wir von Mitarbeitern der Behörden Bemerkungen bekommen wie diese: Sie können es ja lassen wenn es ihnen nicht passt was sie dafür bekommen. Wir können uns ja einen anderen Schäfer suchen. Solche kontraproduktiven Bemerkungen mussten wir uns leider in den letzten Jahren schon mehrmals anhören.

Karlheinz Krüger

 

 

 

Naturschutzgebiete, Naturdenkmäler, Obstbaumwiesen, wir sind von April bis November auf ökologisch wertvollen Flächen mit unseren Tieren unterwegs. Im Umkreis von 10 Kilometern beweiden wir Flächen die für die Landwirtschaft unattraktiv sind. 

Wochenmarkt: wir sind ab Samstag 17.3. wieder auf dem Wochenmarkt. 

 

 

 

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