Ein Beispiel aus der Praxis:

 

Es ist unser Hausberg, mit dem wir sehr verbunden sind. Wir wohnen nur ein paar Meter davon entfernt. Unsere Schafe und Ziegen gehören da hin. 

 

Rückblick auf 18 Jahre Beweidung Mühlberg in Döffingen.

 

3,5 Hektar Wacholderheide, die den Ortskern mit dem Wohngebiet Kapellenberg verbindet. Es führt ein kleiner Fussweg hindurch. 

 

Früher wurde der Mühlberg von einem Schäfer beweidet. Als der aufhörte wurde in Handarbeit gepflegt. 

 

Als wir den Mühlberg von 18 Jahren für die Ziegenbeweidung bekamen, war alles total verwildert.Es gab nur wenige Wacholder. Der Halbtrockenrasen war verdeckt von verfilztem Gras. 

Es dauerte gerade mal 2 Jahre, dann wurde uns untersagt die Ziegen dort weiden zu lassen. Die Wacholder waren etwas angeknabbert worden und das wollte man nicht. Sie sollten  nicht ausgerottet werden. 

Nun ja, nun mussten wir uns für die Ziegen eine andere Aufgabe suchen. Und es durften die ersten Schafe von uns den Mühlberg beweiden. 

Alle paar Jahre kam mal jemand von einer Behörde vorbei und schaute nach ob auch alles mit rechten Dingen zu ging. Wir hatten mehrmals einen 5 Jahresvertrag in Folge und beweideten mit unseren Schafen den Mühlberg. Die Wacholder vermehrten sich fleißig, auch die Schlehen, denn ohne Nachpflege kommt das dann halt so. Wir sollten ja nur beweiden. Alle paar Jahre durften wir mal den einen oder anderen Wacholder entfernen. Aber ja nicht zu viele. Auch die Gemeinde hat hin und wieder mal etwas entfernt. 

 

Man sollte die Natur mehr in Ruhe lassen und nicht immer alles wie in einem Park gepflegt haben wollen. 

 

 

Eine wunderbare Artenvielfalt tummelt sich hier in diesem sonnenbescheinten Südhang.

 

Dann im Jahr 2015 wurde alles anders. Wir sollten plötzlich den Mühlberg in 6 Teilstücken beweiden. Und wieder mit Ziegen. Uns wurde vorgehalten, wir hätten nicht stark genug beweidet. Was immer das auch bedeutet. Im Mühlberg blühte immer irgendwas und alle Falter und Widderchen hatten immer genug Blüten als Nahrung. Warum auch immer stärker beweiden. Ist dort sowieso schwierig, denn im Sommer heizt sich der Berg so auf, dass es für die Schafe da auch zu heiß wird. Deshalb haben wir nur im Frühjahr und im Herbst beweidet. Und so, wie wir es für richtig halten. So dass die Tiere genug zu fressen haben und nicht bis aus letzte Gräschen alles weg ist. 

6 Teilstück bedeuten, dass in 2 Teilen die Tiere keine Wasserstelle haben, da der Hang zu steil ist. Die Gemeinde wollte in einigen Meter Höhe eine Wasserstelle einrichten, da sollte das Wasser hochgeschleppt werden. Für 60 Tiere ungefähr 200 Liter pro Tag. Da haben wir uns  aber geweigert. Außerdem sollten wir plötzlich vor dem Weideumtreib warten bis jemand vom Amt kontrollieren kommt ob auch schön brav alles weggefressen ist. Aber wie sollen wir unseren Tieren klar machen, dass sie dann über das Wochende warten müssen bis endlich mal einer vorbeikommt und das ok dazu gibt. Bis wir allen klar gemacht hatten, dass das schon eine Anstiftung zur Tierquälerei ist. In der Zwischenzeit wollten sie uns nicht mehr zur Beweidung. Es wurde versucht aus dem Nachbarort den Ziegenhalter abzuwerben. Der war aber auch gleich der Meinung dass man einem Kollegen keine Fläche wegnimmt und lehnte dankend ab und informierte uns. 

 

Wenn im Sommer die Spaziergänger auf den Bänken im Mühlberg sitzten und den Schafen und Ziegen beim Fressen zuschauen, die Glöckchen bimmeln, dann wissen wir dass wir genau das Richtige machen. Und wir lassen uns hier nicht verdrängen. Wir haben seit vielen Jahren die Erfahrung und da lassen wir uns auch nicht reinreden. 

Nun ja, es sind wieder einige Jahre vergangen, alles geht seinen Weg. Wenn wir auch nicht mit der Bezahlung einig sind, wir werden noch einige Jahre den Mühlberg beweiden. Dieses Jahr wurden endlich in größerem Stil Wacholder entnommen. Wir können das nicht leisten. 

 

Es ist Mai. Und es ist noch kein Pflegevertrag gekommen. Müssen wir uns als Schäferei nun um den Pflegevertrag kümmern. Oder anders ausgedrückt: Hinterher rennen, damit wir vielleicht wenn alles klappt Geld bekommen? Es sind Gelder die von der EU kommen. 

 

 

Um wirtschaftlich überleben zu können, ist es für einen Schaf-und Ziegenhaltenden Betrieb wichtig, dass die Pflegemaßnahmen der Landschaft als Dienstleistung anerkannt und vernüftig honoriert werden. 

Wochenmarkt: Samstags in Sindelfingen auf dem Marktplatz. 

 

 

 

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