Wir wurden ausgezeichnet mit dem Kulturlandschaftspreis des Schwäbischen Heimatbund 2009
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Erwähnt in "Landwirt schafft Vielfalt" (Seite 88) über gute Öffentlichkeitsarbeit

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Mein Mann und ich waren schon immer im Naturschutz tätig. Als aktive BUND Mitglieder haben wir bei vielen Aktionen geholfen. Mein Mann ließ sich zum ehrenamtlichen Naturschutzwart ausbilden und zog sich so viel Wissen über Natur und Umwelt zu. Nachdem unsere Kinder selbstständig waren und der Wunsch nach eigenen Ziegen und Schafen in uns schlummerte, wagten wir 2000 den Schritt zur eigenen kleinen Herde. Mit viel Hartnäckigkeit kämpften wir um jede freie Fläche für unsere Tiere. Was zu Beginn noch ein Hobby war, bestimmt nun unsere ganze Zeit. Es bereitet viel Freude zu sehen, wie es den Tieren gut geht. In der Zwischenzeit sind unsere Tiere hier im Landkreis Böblingen begehrte Landschaftspflege, mit denen kostengünstig auch die schwierigste und steilste Fläche wieder in einen optimalen Zustand gebracht werden kann. So werden wertvolle Lebensräume für Pflanzen und Tiere geschaffen und bewahrt. Vor neun Jahren begann alles mit der 3ha großen Wacholderheide in Döffingen, die aufgrund ihrer Steillage seit einigen Jahren nicht mehr gepflegt wurde. Früher kam dort regelmäßig der Schäfer, aber das ist schon ca. 30 Jahre her. Danach wurde in mühseliger Handarbeit der Mühlberg von den damaligen Kriegsflüchtlingen aus Bosnien unter Anleitung vom BUND Grafenau immer wieder bearbeitet. Als diese wieder in die Heimat gingen kümmerte sich keiner mehr und die Verbuschung begann. Da wir immer schon Ziegen und Schafe halten wollten, begannen wir im Jahre 2000 mit 4 Ziegen die Beweidung des Mühlbergs in Döffingen.

Die Herde vergrößerte sich jährlich durch eigenen Nachwuchs und Zukauf direkt aus dem Wallis und nun im Jahr 2009 haben wir einen Landschaftspflegebetrieb im Nebenerwerb mit 30 Mutterziegen, ca. 70 Dorperschafen und 30 Schwarznasenschafen. Wir bewirtschaften 30 Hektar Naturschutzflächen und Streuobstwiesen.

 

Das Leben mit Tieren gibt dem eigenen Leben wieder einen anderen Blickwinkel. Es ist eine Freude auf die Lammzeit zu warten und die Kitzies in der Zeit der ersten Wochen zu erleben. Leider bleibt aber auch der Schmerz eines Verlustes nicht aus, aber das gehört nun einmal zum Tierhaltung.

Durch unsere Homepage bekommen wir oft Kontakte zu anderen Menschen die auch Ziegen halten wollen. Durch unsere Erfahrungen in der artgerechten Offenstallhaltung können wir nur allen Interessierten raten, diese Haltungsform zu wählen. Auch werden die Ziegenhalter die bei uns eine Ziege kaufen wollen, erst einmal kritisch „geprüft“, ob sie auch die optimalen Bedingungen bieten können.

Denn Ziegen oder andere Tiere schafft man sich nicht einfach nur so an.

Die Arbeit für die Weiden, Pflege und Fütterung beansprucht die gesamte Freizeit und auch der Urlaub besteht aus Heuernte, Strohernte oder Umtrieb in andere Weidestücke.

 

Durch unsere Arbeit werden zahlreiche positive externe Effekte generiert, die sich in monetären Einheiten nicht messen lassen. Daher besteht auch keine Zahlungsbereitschaft des Verbrauchers. Deswegen sind wir weiterhin auf öffentliche Gelder angewiesen, damit die Kosten bei unserem, für die Gesellschaft wichtigen, Hobby nicht die Leistungen übersteigen.

Als nächstes planen wir einen Stall zu bauen, damit wir in Zukunft weitere Flächen beweiden können. Wir hoffen, dass uns in unmittelbarer Zukunft ein geeignetes Grundstück zur Bebauung zur Verfügung gestellt wird.   

Außerdem würden wir gerne bei Bioland einsteigen. Zum Einen um unserem Betrieb strategisch auf Bioland auszurichten und zum Anderen um in einer Umwelt, die geprägt ist durch sehr intensive Landnutzung ein Zeichen zu setzen.

 

Unsere Tiere

 

Die Schwarzhalsziege

 

Ursprünglich stammt die Walliser Schwarzhalsziege, wie der Name schon sagt, aus dem Wallis in der Schweiz. Sie ist eine sehr robuste, langhaarige, gehörnte Ziege. Sie ist im Wallis sehr verbreitet und wird dort zur Alppflege gehalten. Auch bei uns eignet sie sich hervorragend für die Landschaftspflege, denn Wind und Wetter können ihr so schnell nicht schaden. Sie kann das ganze Jahr draußen gehalten werden, wenn in den Wintermonaten ein Unterstand oder Offenstall vorhanden ist. Sie gibt ein hervorragendes fettarmes und gesundes Fleisch, das unter Feinschmeckern sehr beliebt ist.

Im Durchschnitt bekommt die Scharzhalsziege im Durchschnitt 1,5 Lämmer pro Jahr. Sie ist saisonal, das heißt, sie wird nur einmal im Jahr brünstig (im Spätsommer) und lammt dann ab Ende Dezember. Unser Bock ist das ganze Jahr bei der Herde.

Leider gibt es in Deutschland nur wenige Schwarzhalsziegen-Züchter. Deshalb haben wir einige unserer Ziegen, mit sehr großem Aufwand, direkt aus der Schweiz importiert. Dort finden auch regelmäßig Bock und Ziegenmärkte statt.

 

Warum wir uns für die Schwarzhalsziege entschieden haben

 

Da die Walliser Schwarzhalsziege sich in der Schweiz schon seit vielen Jahren unter extremen Bedingungen in den Alpen bewährt hat, war für uns klar so eine „Robustziege“ auszuwählen. Sie kann auch bei Regen und Schnee im Freien stehen, ohne dass sie krank wird.

Natürlich hat uns ihr Aussehen auch sehr gut gefallen, aber dies sollte in der Landschaftspflege zweitrangig sein.

 

Walliser Schwarznasenschaf

 

Das Walliser Schwarznasenschaf (SN) ist eine hauptsächlich im Oberwallis gehaltene Rasse des Hausschafs. Charakteristisch sind die schwarzen Partien an Nase, Augen, Ohren, Vorderknien, Sprunggelenkknöcheln und Füßen. Auen haben zusätzlich schwarze Schwanzspitzen. Beide Geschlechter bilden gedrehte Hörner aus. Widder wiegen durchschnittlich 80 bis 100 Kilogramm, Auen 70 bis 80 Kilogramm.

 

Die Walliser Schwarznasenschafe sind hervorragend an die Lebensbedingungen im Hochgebirge angepasst. Sie sind standorttreu und genügsam. Sie sind gute Kletterer und beweiden selbst steile, steinige Hänge.

 

 Die erste schriftliche Erwähnung dieser Schafrasse erfolgte um 1400. Vermutlich wurde es aus dem Vispertalerschaf gezüchtet, das ähnlich aussah und ebenfalls behörnt ist. Eine Einkreuzung mit den norditalienischen Bergamaskerschaf aus Oberitalien ist wahrscheinlich. Erst 1962 wurde das Walliser Schwarznasenschaf als Rasse anerkannt und 1964 in den Schweizer Schafzuchtverband aufgenommen.

 

 Das Walliser Schwarznasenschaf ist gemäß Rassenbeschreibung ein "grossrahmiges, harmonisches Gebirgsschaf, mit guten Muttereigenschaften, Milch- und Fleischleistung. Widerstandsfähig. Die Behornung und die Farbmerkmale prägen das einzigartige Walliser Schwarznasenschaf. Kurzer, angezogener Kopf mit breitem Maul, breiter Stirn und Ramsnase; Ohren mittellang; behornt. Ausgeprägte Kopfform beim männlichen Tier. Ganzer Körper, inkl. Kopf und Beine ausgeglichen bewollt; Vlies (Wolle) einheitlich weiss; Nase bis zur Kopfmitte schwarz.

 

Widder liefern jährlich einen Wollertrag von 3,5 bis 4,5 kg, Auen 3,0 bis 4,0 kg. Das Schwarznasenschaf hat eine asaisonale Trächtigkeit, ist also nicht auf eine bestimmte Geburtszeit fixiert. Es bringt im Durchschnitt 1,6 Lämmer pro Jahr zur Welt und ist eher spätreif.

 

 

Dorperschafe

 

Das Dorperschaf ist eine aus Südafrika stammende Schafrasse, die in den 1930er Jahren aus dem Dorset Horn und dem Blackhead Persian (Somaliaschaf) gezüchtet wurde.

 

Seinen Namen erhielt das Dorperschaf aus den Anfangsbuchstaben der beiden Ausgangsrassen (Dorset Horn und Blackhead Persian). Ziel war es, eine besser an das aride Klima der Region angepasste Rasse zu züchten. Es ist ein schnell wachsendes, Fleisch produzierendes, anspruchsloses Schaf.

 

Um den Erhalt der Schwarzhalsziege und der Schwarznasenschafe zu sichern, betreiben wir die Herdbuchzucht. Wir sind Mitglied im Schaf- und Ziegenzuchtverband Baden-Württemberg und entsprechen den Anforderungen. Wir sind ein CAE und Meady freier Betrieb.